Wenn der letzte Atem verweht
Wenn der letzte Atem verweht, bleibt nichts von Namen und Geschichte.
Doch etwas geht weiter – leise, unsichtbar, wie ein Funken, der nicht
erlischt, sondern nur die Flamme wechselt.
Das alte Feuer sinkt, aber in der Dunkelheit berührt es eine neue
Kerze, und plötzlich brennt es wieder – nicht dasselbe Licht, doch aus
derselben Quelle entzündet. Die Augen, die einst die Welt sahen,
schließen sich, und andere öffnen sich – weit, erstaunt, unschuldig.
Sie kennen nichts von gestern, doch im tiefsten Glanz der Iris glimmt
ein uraltes Wissen: ein Hauch von Wiedererkennen, ein Echo des Sehers,
der nie verschwand. So wandert das Bewusstsein – nicht als jemand,
sondern als Sehnsucht zu schauen, als stiller Drang, sich wieder zu
entfalten im Spiel der Formen.
Und wenn das Kind die Augen aufschlägt, blickt das Eine wieder in die
Welt – neu, unberührt, und doch von unendlicher Erinnerung getragen.
Nicht dasselbe Individuum, aber derselbe Blick.
Nicht dieselben Augen, doch dieselbe Ewigkeit, die hindurchschaut.