Das Ungeteilte kann nur vom Ungeteilten her erkannt werden. In diesem Erkennen ist niemand anwesend, weil jede Form von „jemand“ bereits Teilung voraussetzt. Es gibt kein Subjekt, das schaut, und kein Objekt, das geschaut wird. Es gibt nur Erkennen.
Erst nach diesem Erkennen tritt die Psyche hinzu. Sie ist nicht das Erkennen selbst, sondern der nachträgliche Beobachter davon. In diesem Moment beginnt Übersetzung: Das Erkannte wird zu Worten, zu Gedanken, zu Bildern. Damit entsteht Bedeutung – aber auch Abstand.
Sprache und Denken sind Annäherungen. Sie berühren die Wahrheit, ohne sie enthalten zu können. Denn das Ungeteilte kann nicht ausgedrückt werden, ohne dabei geteilt zu werden. Jede Aussage ist daher nicht Wahrheit, sondern Spur, Hinweis, Resonanz.
Darum ist Erkenntnis unmittelbar wahr – ihre Beschreibung jedoch immer nur asymptotisch. Man kommt näher, ohne je anzukommen.
Und genau darin liegt ihre Ehrlichkeit.