Das Gebet
Wenn das Ich verschwindet, bleibt nur das Zeugen. Der Strom des Seins
fließt, unaufhaltsam, ohne Lenker, ohne Plan und doch mit einer
Ordnung, die leiser ist als jedes Wort.
Es sind nicht wir, die denken. Es sind Gedanken, die geschehen.
Es ist nicht unser Körper, der handelt. Es ist der Körper, der
geschieht.
Und in diesem Raum der Stille erhebt sich das Gebet, nicht als
Forderung, nicht als Bitte, sondern als ein Aufatmen des Herzens. Es
ist eine sanfte Hinwendung zu dem, was alles trägt: die unsichtbare
Kraft, die Atem und Zeit webt, die unser Sein durchströmt.
Gebet wird zum Zeugen des Geschehens. Es ist ein Moment, in dem das
Loslassen selbst heilig wird, ein Flüstern an das, was größer ist,
ein
Einlassen in das, was bereits für uns geschieht.
Und so wird Gebet nicht nur Antwort, sondern Resonanz. Es ist das
stille Erkennen, dass wir nicht handeln müssen, dass alles vollbracht
wird, dass wir, in unserer Ich-Losigkeit, Teil eines endlosen Tanzes
sind, den das Leben selbst uns schenkt.
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