Oft hört man die Worte: „Ich habe die Kontrolle völlig aufgegeben.“ Und doch – wenn man tief hineinhorcht, spürt man, dass darin eine feine Selbsttäuschung liegen kann.
Denn solange wir noch den Satz formen müssen, solange wir ihn uns selbst als Wahrheit vorsprechen, ist er ein Kleid, das wir uns überwerfen – aber nicht die Haut, die wir wirklich bewohnen.
Loslassen will nicht mit Gewalt ergriffen werden. Es ist kein Sieg, den man ausrufen kann, sondern ein stilles Reifen, das sich von selbst entfaltet, wenn die Zeit gekommen ist.
Darum liegt die Ehrlichkeit im Eingeständnis: Ich stehe noch zwischen den Welten – ich halte noch, und zugleich ahne ich den Raum, in dem es nichts mehr zu halten gibt. Gerade in dieser Ehrlichkeit leuchtet eine größere Wahrheit auf: Dass Loslassen kein Ziel ist, sondern ein Geschenk, das uns findet, wenn wir aufhören, uns selbst zu täuschen.