Es ist wie das Lernen eines Instruments.
Zuerst liest du jede Note, achtest auf jeden Griff, jede Bewegung.
Alles erfordert Mühe, Bewusstsein, Konzentration.
Du übst. Wiederholst.
Lernst, Fehler zu erkennen und zu korrigieren. Dein Spiel ist
bewusst,
geformt, abhängig von deinem Wissen.
Dann kommt der Moment, wo du die Musik nicht mehr aus Noten liest,
sondern aus dem Herzen. Du kennst die Melodie so tief, dass du sie
fühlst, bevor sie erklingt.
Du spielst nicht mehr, du bist gespielt. Jeder Ton fließt wie eine
Antwort, die nicht du gebierst, sondern die aus dem Leben selbst
kommt.
So ist der Weg des Erwachens: Zuerst lernst du Antworten suchen, aus
Wissen schöpfen. Dann lässt du los, alles fällt, der Griff wird
leicht.
Und plötzlich ist da keine Mühe mehr, keine Trennung zwischen Dir und
der Musik. Du bist nicht mehr der Spieler.
Du bist das Instrument. Und aus der Stille des Selbst erklingt eine
Melodie, die schon immer war.
Das ist das Sprechen aus dem Göttlichen, nicht aus Wissen, nicht aus
Liebe allein, sondern aus dem tiefen Atem des Seins, der alles
bewegt.
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